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Grossmann kauft und entwickelt Ettenheimmünster

01.03.2010

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Die Buicom, ein Unternehmen der Grossmann-Group, investiert in Ettenheimmünster. Mehr als 15.000 Quadratmeter misst das Areal St. Landelin mit dem ehemaligen Gast- und Badehaus des Klosters Ettenheimmünster.

„Es steht noch nicht fest, welches Nutzungskonzept sich letztlich durchsetzt“, sagt der Architekt Jürgen Grossmann. An der Ausarbeitung verschiedener Szenarien arbeiten er und seine Architekten und Immobilien-Entwickler in diesen Tagen mit Hochdruck, so dass die Liegenschaft seiner mehr als 300-jährigen Geschichte als gastlicher Ort gerecht wird.

„Der Einstieg von Jürgen Grossmann in die Entwicklung des Areals des früheren Badhotels in Ettenheimmünster ist ein Glücksfall für Ettenheim und Ettenheimmünster“, sagt Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz. Grossmann stehe für anspruchsvolle Architektur ebenso wie für professionelles Projektmanagement. „Dass in seinem Konzept der Erhalt des reizvollen historischen Gebäudes und dessen Entwicklung in Übereinstimmung auch mit der Denkmalbehörde erfolgt, ist positiv für die Bewahrung des historischen Erbes und zur Bereicherung des Ortsbildes.“
Fest steht bereits: Ein Teil des Geländes wird parzelliert und als Baugrund für acht Einfamilienhäuser verkauft. „Wir haben hier eine herausragende Lage“, sagt Jürgen Grossmann. „Die Grundstücke befinden sich am Hang mit Ausrichtung nach Süden. Auf diesen Grundstücken werden Wohnträume wahr.“

Einen kurzen Spaziergang von den Hanggrundstücken entfernt, steht das von den Benediktinern errichtete 3250 Quadratmeter große Gast- und Badehaus aus dem 17. Jahrhundert. Dieses Gasthaus diente über viele Jahre der Aufnahme von Pilgern, die zur Wallfahrtskirche Ettenheimmünsters zogen sowie zu den angeblich heilenden Quellen. Der Legende nach wurde hier um 640 der irische Mönch Landelin von Wilderern ermordet, an der Stelle seines Martyriums entsprangen dann fünf Quellen. Hier sollen über Jahrhunderte hinweg Wallfahrer Linderung körperlicher und seelischer Qualen gefunden haben. Davon geblieben ist neben der Wallfahrtskirche auch das Gast- und Badhaus als eine der wenigen Erinnerungen an das früher beeindruckende Kloster, das 1803 im Rahmen der Säkularisation aufgelöst wurde. Der herrliche Barockbau wurde zweckentfremdet, erst als Gärtnerei, dann als Lager, letztlich als Steinbruch.

Immerhin: Das Gast- und Badehaus des Klosters steht bis heute – trotz seiner wechselhaften Geschichte. Um 1790 ließ Kardinal Rohan französische Truppen in das Gebäude verlegen. Anfang des 19. Jahrhunderts ersteigerte Jospeh Reinbold das Anwesen und machte aus Bad Ettenheimmünster einen populären Kur- und Badeort nach Baden-Badener Vorbild. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts aber sank der Stern des Badhotels, nach dem ersten Weltkrieg kaufte ein aus dem Elsass vertriebener deutscher Orden die Anlage. Aus dem Badhotel wurde eine Ordensschule, um 1970 dann eine psychosoziale Klinik der katholischen Kirche. Die Arbeitsgemeinschaft Gefährdetenhilfe und Jugendschutz (AGJ) kümmerte sich – durchaus im Sinne der Regel des hl. Benedikt – fortan in dem einstigen Badhotel um kranke Menschen. Diese Nutzung des Badhotels endete erst, als die AGJ ihre Suchtklinik in einen Neubau nach Herbolzheim-Broggingen verlegte.

Die Grossmann Group hat die denkmalgeschützte Anlage vom AGJ Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg gekauft. Zum Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

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